Interessiert man sich für Kaninchen und spielt mit dem Gedanken, sich so ein Tier anzuschaffen, sollte man sich im Vorfeld sehr gut informieren. Denn schon der Plan, sich ein einzelnes Tier zu holen, sollte nicht weiter verfolgt werden.
Kaninchen sind sehr soziale Tiere
Wildkaninchen leben in grossen Gruppen zusammen. Manchmal sieht man an einer Böschung oder in einem Park einige Kaninchen, die in der Sonne sitzen, Gras fressen oder sich putzen. Diese wenigen Kaninchen sind nur ein kleiner Teil der Gruppe, die sich im Boden weitverzweigte Gänge gegraben hat. Diese Gänge gehen bis zu drei Meter tief in die Erde und können knapp fünfzig Meter lang sein. Droht Gefahr, trommeln die Kaninchen mit den Hinterläufen auf den Boden und warnen so die anderen Mitglieder ihrer Kolonie. Kaninchen sind Fluchttiere, die bei einer Gefahr schnell in ihren Höhlen verschwinden. Raubtiere werden durch die schnellen und chaotischen Bewegungen einer grösseren Gruppe Kaninchen verwirrt und wissen nicht, welches Tier sie angreifen sollen. Dadurch rettet die Menge der Kaninchen so manches Koloniemitglied vor einem gewaltsamen Tod.
Die Tiere betreiben auch gern gegenseitige Fellpflege und interagieren miteinander, sie spielen, kuscheln sich an, wärmen sich gegenseitig.
Kaninchen nie alleine halten!
All diese Verhaltensweisen haben auch die heutigen Hauskaninchen in ihren Genen. Ein Kaninchen braucht mindestens ein zweites Kaninchen, mit dem es Kontakt haben kann. Am sinnvollsten ist es, ein Weibchen und einen Bock oder Rammler, wie die männlichen Tiere genannt werden, zu halten. Damit es aber nicht zu ständigem unerwünschten Nachwuchs kommt, sollte der Bock kastriert werden. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass man die beiden noch eine Weile nach der Kastration voneinander trennt, denn der Bock bleibt noch bis zu zwei Wochen fruchtbar.
Kaninchen müssen sich bewegen können!
Da Kaninchen Tiere sind, die sich gern bewegen, ist ein herkömmlicher Käfig, wie sie in einem Tiergeschäft zu kaufen sind, für Kaninchen keine Option. Diese Käfige bestehen meist aus einer Plastikwanne und einem Oberteil aus Drahtgitter.
Mit einer Stellfläche von einem Meter zu einem halben Meter haben die Kaninchen keinen Platz, um mal zu rennen oder zu springen. Auch die Etagenkäfige, die mittlerweile angeboten werden, machen das Platzangebot nicht besser. Ein Läufer möchte auf einer geraden Fläche laufen und nicht auf zwei kleine Ebenen, die miteinander durch eine Rampe verbunden sind.
Kaninchen graben, um ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzugehen oder auch, um sich im Sommer in der kühlen, feuchten Erde vor der Hitze zu schützen oder im Winter vor der Kälte und dem Schnee. Durch das Graben nutzen sie auch ihre Krallen ab. In einer Plastikwanne ist das alles nicht möglich.