Wer selbst Kaninchen hält, möchte vielleicht auch gern selbst einmal junge Tiere haben, träumt davon, sein Weibchen decken zu lassen oder seinen unkastrierten Bock einmal Vater werden zu lassen. Hierbei sind einige Überlegungen anzustellen:
- Ist das Weibchen noch jung genug, um ohne Schwierigkeiten zu werfen? Hier sollte vielleicht der Tierarzt zurate gezogen werden, der das Tier untersuchen kann. Ältere Tiere können bereits während der Trächtigkeit an Komplikationen sterben.
- Ist die Vergangenheit der zukünftigen Elterntiere bekannt, sind sie nachweislich genetisch gesund? Viele Kaninchen sind von ihrer Rasse her genetisch vorbelastet. Hier sollte man sich genau erkundigen, um nicht vor dem Schock zu stehen, dass der Wurf aus nicht lebensfähigen Tieren besteht.
- Hat man genügend Platz für ein bis sechs, vielleicht auch mehr junge Kaninchen?
- Ist man finanziell so gestellt, dass man die Tiere mehr oder weniger gleichzeitig impfen lassen kann? Ein Tierarztbesuch für ein Tier ist nie ganz billig, aber in der Summe für so viele Tiere muss man schon tief in die Tasche greifen.
- Hat man Platz, um Rammler und Weibchen wieder zu trennen? Durch doppelte Fortpflanzungsorgane können die Weibchen bereits eine Woche vor dem Wurf erneut gedeckt werden. Dann würde nach einem Monat nochmals eine ähnliche Anzahl an Jungtieren geworfen werden.
- Ist man bereit,
die Jungböckchen zu kastrieren? Sonst ist vorprogrammiert, dass sich aus dem geplanten einmaligen Deckakt in kürzester Zeit eine Überbevölkerung des Kaninchengeheges entwickelt.
- Gibt es genügend Interessenten, die jeweils zwei Tiere nehmen oder eins zu einem vorhandenen älteren Tier setzen möchten?
- Hat man selbst die Möglichkeit, sollte es bei den Abgabetieren aus irgendeinem Grund nicht mit der Vergesellschaftung oder den neuen Besitzern klappen, diese wieder zurückzunehmen?
Kann man alle Punkte für sich zufriedenstellend beantworten, führt man die Kaninchen zusammen. Zu Beginn kann es zwischen den Kaninchen ohne Weiteres zu Rangeleien, Jagereien und Beissereien kommen. In dieser Phase sollte man die Tiere beobachtend gewähren lassen. Sie müssen sich erst finden und die Rangordnung klarstellen. Kommt es jedoch zu Verletzungen, sind die Tiere sofort zu trennen und der Tierarzt ist zu konsultieren. Man muss den Kaninchen aber auch nach einer solchen Verletzung noch Chancen geben, sich zusammenzuraufen und sollte nicht zu schnell aufgeben.
Kommt es zur Paarung, kommen die Jungen 31 Tage später auf die Welt. Schon vorher sollte man der werdenden Mutter eine Wurfbox zur Verfügung stellen, die gut mit Heu und Stroh gepolstert ist. Das Kaninchen reisst sich selbst Fell aus, um das Nest in der Box weich und warm zu gestalten.